Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Eine verstopfte Nase, Druck im Gesicht und Kopfschmerzen: Was zunächst wie eine gewöhnliche Erkältung beginnt, kann sich zu einer Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln. Medizinisch wird die Erkrankung als Sinusitis bezeichnet. Besonders häufig tritt sie im Zusammenhang mit einem Infekt der oberen Atemwege auf.

Wer im Internet nach „nasen neben höhlen entzündung“ sucht, meint in der Regel genau diese Erkrankung: eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen. Während eine akute Sinusitis häufig von selbst wieder abklingt, können länger anhaltende oder immer wiederkehrende Beschwerden eine gezielte HNO-ärztliche Behandlung erforderlich machen.

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel, die über kleine Öffnungen mit der Nasenhöhle verbunden sind. Zu ihnen gehören:

  • Stirnhöhlen
  • Kieferhöhlen
  • Siebbeinzellen
  • Keilbeinhöhlen

Die Innenräume sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Schwillt diese Schleimhaut beispielsweise infolge einer Erkältung stark an, können die natürlichen Zugänge zu den Nebenhöhlen enger oder verschlossen werden. Sekret kann schlechter abfliessen und die Belüftung der Nebenhöhlen wird beeinträchtigt.

Die Folge können typische Beschwerden wie Druckgefühl, Schmerzen und eine behinderte Nasenatmung sein.

Wie häufig ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigen Erkrankungen im HNO-Bereich. Insbesondere die akute Form tritt oft im Zusammenhang mit Erkältungen und anderen Infekten der oberen Atemwege auf. Auch die chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Rhinosinusitis) ist vergleichsweise weit verbreitet: Eine große europäische Untersuchung mit mehr als 57.000 Teilnehmenden kam anhand symptomorientierter Kriterien auf eine Häufigkeit von rund 10,9 Prozent – damit wäre etwa jeder zehnte Erwachsene betroffen. Je nachdem, welche diagnostischen Kriterien zugrunde gelegt werden, fallen die Schätzungen allerdings unterschiedlich aus. Die europäischen EPOS-Leitlinien nennen für die symptomatisch definierte chronische Rhinosinusitis eine Spannweite von etwa 5,5 bis 28 Prozent.

Akute oder chronische Sinusitis: Wo liegt der Unterschied?

Für die Behandlung ist unter anderem entscheidend, wie lange die Beschwerden bestehen und ob sie wiederholt auftreten.

Akute Nasennebenhöhlenentzündung

Eine akute Sinusitis entwickelt sich häufig im Rahmen eines viralen Atemwegsinfekts. Die Schleimhäute schwellen an und der Abfluss aus den Nebenhöhlen wird beeinträchtigt. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage beziehungsweise Wochen wieder.

Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündung

Treten mehrmals Episoden mit typischen Sinusitis-Beschwerden auf und liegen dazwischen beschwerdefreie Phasen, spricht man von wiederkehrenden beziehungsweise rezidivierenden Beschwerden. In solchen Fällen ist es sinnvoll, nach möglichen begünstigenden Faktoren zu suchen.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Von einer chronischen Rhinosinusitis spricht man bei über mindestens zwölf Wochen bestehenden Beschwerden. Die Symptome können dabei weniger ausgeprägt sein als bei einer akuten Entzündung, dafür belasten sie Betroffene über einen wesentlich längeren Zeitraum.

Gerade bei chronischen Beschwerden ist eine HNO-ärztliche Untersuchung wichtig, um mögliche Ursachen zu erkennen und eine geeignete Behandlung festzulegen.

Symptome: Welche Beschwerden treten bei einer Nasennebenhöhlenentzündung auf?

Nicht jede Sinusitis äussert sich gleich. Typische Beschwerden einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung können sein:

  • verstopfte Nase und erschwerte Nasenatmung
  • Nasenausfluss
  • Druck oder Schmerzen im Bereich von Stirn, Wangen und Augen
  • Kopfschmerzen
  • verstärkte Beschwerden beim Vorbeugen
  • eingeschränkter Geruchssinn
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • gegebenenfalls Fieber

Auch Schmerzen im Oberkiefer oder an den Zähnen können auftreten, insbesondere wenn die Kieferhöhlen betroffen sind.

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung stehen dagegen häufig eine dauerhaft eingeschränkte Nasenatmung, Sekretfluss sowie eine Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmackssinns im Vordergrund.

Ursachen: Was sind die Auslöser einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine Sinusitis kann verschiedene Ursachen haben. Besonders häufig geht eine akute Nasennebenhöhlenentzündung aus einem gewöhnlichen Erkältungsinfekt hervor. Die Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen schwellen an und Sekret kann nicht mehr ungehindert abfliessen.

Daneben kommen weitere Auslöser beziehungsweise begünstigende Faktoren infrage.

Infektionen: Viren sind häufig für akute Beschwerden verantwortlich. In bestimmten Fällen kann zusätzlich eine bakterielle Infektion auftreten.

Allergien: Allergische Reaktionen können zu einer länger anhaltenden Schwellung der Nasenschleimhaut führen und dadurch die Belüftung der Nebenhöhlen beeinträchtigen.

Nasenpolypen: Gutartige Schleimhautwucherungen können die natürlichen Zugänge zu den Nebenhöhlen verengen.

Anatomische Engstellen: Auch anatomische Besonderheiten wie eine ausgeprägte Verkrümmung der Nasenscheidewand können den Sekretabfluss und die Belüftung beeinflussen.

Bei wiederkehrenden oder chronischen Beschwerden lohnt sich deshalb eine genaue Untersuchung, statt lediglich die einzelnen Entzündungsschübe zu behandeln.

Diagnose: Wie wird eine Nasennebenhöhlenentzündung festgestellt?

Die HNO-ärztliche Diagnostik beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Dabei spielen unter anderem Art, Dauer und Häufigkeit der Beschwerden sowie mögliche Allergien und Vorerkrankungen eine Rolle.

Anschliessend kann eine Untersuchung der Nase und des Nasen-Rachen-Raums erfolgen. Mithilfe einer Nasenendoskopie lassen sich die Nasenhöhle und wichtige Bereiche der Zugänge zu den Nasennebenhöhlen genauer beurteilen.

Abhängig von den Beschwerden und der Fragestellung können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise ein Allergietest oder eine bildgebende Untersuchung wie eine Computertomographie (CT).

Ziel der Diagnostik ist nicht nur die Feststellung einer Entzündung. Insbesondere bei chronischer Sinusitis geht es darum, herauszufinden, warum die Beschwerden immer wieder auftreten oder nicht vollständig abklingen.

Behandlung: Was hilft bei einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Die geeignete Behandlung richtet sich nach Ursache, Dauer und Schwere der Erkrankung. Nicht jede Nasennebenhöhlenentzündung muss mit Medikamenten behandelt werden.

Bei unkomplizierten akuten Beschwerden können unter anderem Ruhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Kochsalzlösungen zur Pflege und Spülung der Nase hilfreich sein.

Je nach individuellem Befund können ausserdem Medikamente eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise schmerzlindernde Präparate oder abschwellende Nasensprays. Abschwellende Sprays sollten jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum verwendet werden.

Bei chronischen Entzündungen können kortisonhaltige Nasensprays Teil der Behandlung sein. Antibiotika sind nicht bei jeder Sinusitis sinnvoll, da ein grosser Teil der akuten Erkrankungen durch Viren verursacht wird. Ob eine antibiotische Behandlung angezeigt ist, sollte ärztlich beurteilt werden.

Wann kann eine Operation der Nasennebenhöhlen sinnvoll sein?

Nicht jede chronische Nasennebenhöhlenentzündung muss operiert werden. Eine Operation kann jedoch in Betracht kommen, wenn konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichend helfen und anatomische Veränderungen oder dauerhaft beeinträchtigte Belüftungs- und Abflusswege zu den Beschwerden beitragen.

Ziel eines operativen Eingriffs ist es, die natürlichen Belüftungs- und Drainagewege der Nasennebenhöhlen zu verbessern und krankhaft verändertes Gewebe gegebenenfalls zu entfernen.

Moderne Eingriffe an den Nasennebenhöhlen werden in der Regel endoskopisch durchgeführt. Dabei gelangt der Operateur über die Nasenöffnungen in das Operationsgebiet. Welche Behandlung beziehungsweise welches Operationsverfahren geeignet ist, hängt jedoch immer vom individuellen Befund ab.

Wann sollte ich mit einer Nasennebenhöhlenentzündung zum HNO-Arzt?

Ein gewöhnlicher Infekt mit leichten Beschwerden ist zunächst kein Grund zur Sorge. Eine ärztliche Abklärung empfiehlt sich jedoch insbesondere, wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark sind, über einen längeren Zeitraum bestehen oder regelmässig wiederkehren.

Auch eine dauerhaft eingeschränkte Nasenatmung oder ein längerfristig reduzierter Geruchssinn sollte HNO-ärztlich abgeklärt werden.

Bei starken Schmerzen, deutlicher Schwellung im Bereich der Augen, Sehstörungen, ausgeprägtem Krankheitsgefühl oder anderen plötzlich auftretenden starken Beschwerden sollte zeitnah medizinischer Rat eingeholt werden.

Chronische Beschwerden? Die Ursache gezielt abklären lassen

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist häufig vorübergehend. Wiederkehrende oder über Wochen anhaltende Beschwerden können jedoch auf eine chronische Entzündung, Allergien, Nasenpolypen oder anatomische Engstellen hinweisen.

In der FACECLINIC Zürich können Beschwerden im Bereich von Nase und Nasennebenhöhlen HNO-ärztlich untersucht werden. Nach einer sorgfältigen Diagnostik lässt sich beurteilen, welche konservativen oder – falls erforderlich – operativen Behandlungsmöglichkeiten im individuellen Fall infrage kommen.

Wenn Sie wiederholt unter einer verstopften Nase, Druckgefühl im Gesicht, eingeschränktem Geruchssinn oder anderen Beschwerden der Nasennebenhöhlen leiden, vereinbaren Sie gerne einen Termin zur persönlichen Untersuchung und Beratung.

Häufige Fragen zur Nasennebenhöhlenentzündung

Wie lange dauert eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung klingt häufig innerhalb weniger Wochen wieder ab. Halten typische Beschwerden zwölf Wochen oder länger an, kann eine chronische Rhinosinusitis vorliegen und eine fachärztliche Abklärung ist sinnvoll.

Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?

Die Entzündung der Nebenhöhlen selbst ist nicht im klassischen Sinne ansteckend. Die zugrunde liegenden Atemwegsinfekte können jedoch durch übertragbare Viren verursacht werden.

Brauche ich bei einer Sinusitis Antibiotika?

Nicht automatisch. Viele akute Nasennebenhöhlenentzündungen entstehen im Rahmen viraler Infekte. Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Ob Hinweise auf eine bakterielle Infektion bestehen und ein Antibiotikum sinnvoll ist, sollte ärztlich beurteilt werden.

Kann eine schiefe Nasenscheidewand eine Sinusitis begünstigen?

Anatomische Engstellen können die Belüftung und den Sekretabfluss aus den Nasennebenhöhlen beeinträchtigen. Ob beispielsweise eine Nasenscheidewandverkrümmung tatsächlich zu den Beschwerden beiträgt, lässt sich im Rahmen einer HNO-ärztlichen Untersuchung feststellen.

Wann wird eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung operiert?

Eine Operation wird in der Regel erst nach genauer Diagnostik erwogen. Sie kann eine Option darstellen, wenn trotz geeigneter konservativer Behandlung relevante Beschwerden fortbestehen und der individuelle Befund einen operativen Eingriff sinnvoll erscheinen lässt.

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