Mandeloperation

 

Treten immer wieder Mandelentzündungen auf, so ist das besonders lästig – auch wenn die Beschwerden häufig nach wenigen Wochen wieder abklingen. Abhilfe kann eine Mandeloperation schaffen und ist unter Umständen sinnvoller und zielführender als eine immer wiederkehrende Behandlung mit Antibiotika oder das dauernde Lutschen von Halsbonbons. Der Eingriff wird unter Narkose durchgeführt und ist bereits nach 30-45 Minuten vorüber.

 

Ständig Mandelentzündungen – und nun?

Bei mehrmals im Jahr auftretenden Mandelentzündungen stellt sich die Frage, ob man darauf wartet, ob von alleine eine Besserung eintritt – denn wirklich gefährlich wird eine Mandelentzündung in den seltensten Fällen, sie ist nur ziemlich lästig. Bei Kindern besteht die Möglichkeit, dass sich die Beschwerden mit zunehmenden Alter und dem Wachstum von alleine geben. Bei vergrößerten Gaumenmandeln (Tonsillitis) und generell einem Verkleinern der Atemwege sollte man sich ebenfalls überlegen, ob ein operativer Eingriff nicht die beste Lösung für die Beschwerden darstellt. Oft werden solche Indikationen bereits vom Hausarzt – wenn auch nicht unbedingt nahegelegt – aber zumindest doch ins Gespräch gebracht. Sie wägen dann für sich ab, welche Behandlung Ihnen am meisten zusagt.

Eine kleine Entscheidungshilfe können die Antworten auf folgende Fragen sein:

  1. -Ist es durch Abwarten besser geworden?
  2. -Soll eine vollständige oder eine teilweise Entfernung der Gaumenmandeln durchgeführt werden? Ambulant oder stationär?
  3. -Wie stark sind die Beschwerden? Gibt es schon Komplikationen wie beispielsweise Eiteransammlungen um die Mandeln herum?
  4. -Wie oft treten Mandelentzündungen auf? (Ist es gar schon chronisch?)
  5. -Wie sind die Erfolgsaussichten des operativen Eingriffs zu bewerten?
  6. -Gibt es noch andere Erkrankungen, die berücksichtigt werden müssen?

Um diese Fragen für sich zu beantworten, überstürzen Sie nichts! Informieren Sie sich gründlich und lassen Sie sich auch gerne von uns beraten.

 


Vor allem Kinder sind betroffen

Kinder und Heranwachsende haben ungleich öfter als Erwachsene Mandelentzündungen. Bleibt manch ein Erwachsener ein Leben lang verschon, so trifft es manche Kinder gleich mehrere Male im Jahr. Dass sie - und mit ihnen die sie betreuenden Eltern – jedes Mal gleich für 1-2 Wochen in Schule und Beruf ausfallen, ist die eine Sache. Dass es nicht angenehm ist, sich jedes Jahr wochenlang mit Halsschmerzen, Fieber und Atembeschwerden zu quälen, eine andere. Gerade bei Kindern gibt sich im Laufe der Zeit die Anfälligkeit für Mandelentzündungen und die Häufigkeit der Erkrankung geht auf ein normales Maß zurück. Abwarten und hoffen wäre daher die eine Strategie… - die andere wäre, proaktiv zu handeln und mit einem kleinen operativen Eingriff die Chance auf Besserung zu erhalten.

 

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Werden Die Gaumenmandeln entfernt, können sie sich auch nicht mehr entzünden. Eine Tonsillektomie (Entfernung der Mandeln) kann daher dazu beitragen, dass der Patient weniger Beschwerden hat und auch weniger häufig. Besonders sinnvoll ist ein Eingriff bei Personen mit stärkeren Beschwerden, die also mehrere Male im Jahr unter einer Mandelentzündung leiden. Ganz ausschließen lassen sich Halsentzündungen freilich auch damit nicht, denn nicht nur die Mandeln können sich entzünden, sondern auch das umgebende Gewebe. Diese Beschwerden sind auch nach einer Tonsillektomie noch möglich, aber Studien zufolge bei Weitem nicht mehr in der vorherigen Häufigkeit. Die Betroffenen sind daher nach einer Operation im Schnitt einige Tage bis Wochen pro Jahr weniger krank.

 

Risiken einer Mandeloperation

Je jünger ein Kind ist, eine umso wichtigere Funktion nehmen die Mandeln in Bezug auf das Immunsystem ein. Die Theorie, dass eine Operation das Immunsystem schwächen könnte, ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt. Gerade bei den ganz Kleinen und im Kindergartenalter kommt aber der Risikofaktor dazu, dass in diesem Alter noch nicht genügend Blutreserven im Körper vorhanden sind, um ein eventuelles Nachbluten der Operationswunde verkraften zu können. Vielfach wird daher von einer Operation für die ganz jungen Patienten abgeraten. Die Chance, dass sich die Anfälligkeit mit der Zeit verwächst ist höher als bei älteren Kindern und in den sehr seltenen Fällen, bei denen es schwerwiegende Komplikationen und Folgen gab, handelte es sich um Kleinkinder. Dabei kam es zu Nachblutungen der Wunde, die als Notfall gelten, da es je nach Blutungsstärke zu größerem Blutverlust kommen kann und vor allem, weil das Blut heruntergeschluckt wird – und dies ist beides nach außen hin nicht sichtbar oder wahrnehmbar. Von Nachblutungen sind etwa 5 Prozent der operierten Kinder betroffen, bei knapp der Hälfte von ihnen ist im Schnitt dann eine Nachoperation erforderlich.

Zudem geht man das „Risiko“ ein, dass sich die Beschwerden mit der Zeit auswachsen können und man dann im Nachhinein betrachtet die Operation vielleicht gar nicht gebraucht hätte. Allerdings kann man das im Vorfeld natürlich nicht wissen.

Hinzu kommen die üblichen Risiken, die es bei einem jeden chirurgischen Eingriff zu beachten gilt. Die Narkose selber und wie diese vertragen wird, eine schmerzende Wunde nach der Operation und eventuelle vorübergehende Schluckbeschwerden oder Geschmacksstörungen können eine unangenehme, aber zum Glück nur kurz andauernde, Nebenwirkung sein. In jedem Fall sollte man sich gründlich über die Chancen und Risiken eines Eingriffs informieren, sprechen Sie uns zu diesen Themen gerne an – wir helfen weiter!

 

Die Mandeloperation

Bei einer Mandeloperation werden die Mandeln entweder vollständig im Rahmen einer Tonsillektomie oder teilweise (Tonsillotomie) entfernt. Das geschieht entweder mit Hilfe von medizinischen Instrumenten (z.B. Schere) oder durch eine thermische Methode, die Hitze eines Radiofrequenzgerätes die Wunde direkt verschließt. Ungefähr eine halbe Stunde bis 45 Minuten dauert der komplette Eingriff.

Fragen Sie uns direkt nach unserer Einschätzung bezüglich einer vollständigen oder einer teilweisen Mandelentfernung. Eine Teilentfernung ist schonender und der Patient ist nach dem Eingriff schneller wieder auf der Höhe, kann früher wieder essen und hat weniger Schmerzen. Auch das Risiko einer Nachblutung ist geringer. Allerdings ist noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt, ob eine Teilentfernung ausreichend ist, um künftige Mandelentzündungen zu verhindern bzw. zumindest zu verringern.

 

Nach der Operation

Egal, für welche Variante man sich entscheidet – eine gute Nachsorge muss sein. Klar ist, es ist ein chirurgischer Eingriff und es wird eine Wunde geben, die schmerzen wird. Die Beschwerden klingen jedoch nach wenigen Tagen ab und können auch mit Schmerzmitteln wie Tabletten oder Zäpfchen gelindert werden. Wichtiger ist jedoch, dass sich der Patient unbedingt einige Tage schont, damit das Risiko von Nachblutungen verringert wird. Das bedeutet im Allgemeinen: Kein Sport, kein schweres Heben und Tragen in den ersten Tagen nach der Operation. Scharfe und saure Speisen können die Wunde zusätzlich reizen, weshalb auch darauf besser verzichtet werden soll.

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